Dienst  der Fußwaschung

1.    Welche Rituale (außer den sieben Sakramenten) gibt es in der orthodoxen Kirche?
2.    Besonders die, die an Jesus erinnern. (Ein Leser)


1.    In der heiligen orthodoxen Kirche gibt es viele Bitt-und Dankgottesdienste. Mit Prozession, wo das Altarkreuz und die Feiertagsikone getragen werden, und ohne Prozession. Es gibt den Ritus der Hausweihe und der Wasserweihe. Auch spezielle Gottesdienste aus Anlass von Naturkatastrophen und Epidemien.
2.    Der uralte Dienst  der Fußwaschung wurde am Großen Donnerstag, nach dem Abschluss der Göttlichen Liturgie, in der Bogojavlensky Kathedrale durch den Patriarchen von Moskau und ganz Russland, Kyrill, vollzogen.
Auf die Art Christi, der den Schüler-Aposteln die Füße nach dem Heiligen Abendmahl wusch, hat Patriarch Kyrill die Füße der zwölf vorsitzenden Priester, als Zeichen der tiefen Demut und des Dienstes für das Volk Gottes gewaschen.
Nach dem Gebet ging der Patriarch vom Altar auf den Ambon hinaus, wohin später auch die zwölf Priester herunterstiegen und sich auf die für sie vorbereiteten Bänke setzten. Der Patriarch zog von der Oberbekleidung seines Gewandes Omophorion, Panagia und Sakkos aus, umgürtete sich mit einem langen weißen Handtuch und wusch die Beine von elf Priestern nach einander ab. Der zwölfte Priester lehnte erst ab; er symbolisierte in dem Ritual den Apostel Petrus, der sich erst der Waschung widersetzt hatte, aber später, nach dem Wort Christi «wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Anteil an mir», bat, nicht nur seine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf zu waschen, aber die Antwort des Erlösers erhielt: «Wer gebadet ist, hat es nur nötig, die Füße zu waschen».
Nach der Waschung der Füße des letzten Priesters zog sich Seine Heiligkeit die zuvor abgelegten Gewänder wieder an, stieg auf den Ambon und wandte sich mit einer Predigt an das Volk, um die Bedeutung des heute stattgefundenen Gottesdienstes zu erklären.
Zuerst beglückwünschte seine Heiligkeit Kyrill alle herzlich zu dem großen Feiertag – dem Großen Donnerstag, dem Tag der Errichtung des heiligen Sakramentes Eucharistie. «Durch das Sakrament der Eucharistie und die Kraft des Heiligen Geistes werden wir Teilnehmer nicht nur des Heiligen Abendmahls, sondern des Ganzen, das der Erlöser getan hat», sagte der Patriarch.
«Den Körper und das Blut des Erlösers empfangend, schließen wir uns Seinem göttlichen Leben an und werden Teilnehmer Seines göttlichen Reichs. Gerade die Kommunion des Körpers und des Blutes des Erlösers hilft uns, die Sünde zu überwinden. Weil keine Anstrengung des Willens, des Verstands, keine Konzentration der menschlichen Gefühle fähig sind, die Kräfte der Sünde zu besiegen. Aber, die Kraft des Erlösers aufnehmend, werden wir stärker sein als die dunklen Kräfte.»
«In unserer stürmischen und unruhigen Zeit sind Menschen verschiedenen Versuchungen unterworfen», setzte der Patriarch fort. «Wir sollen heute besonders andachtsvoll zum Kelch Christi kommen, und den Körper und das Blut des Erlösers für unsere Rettung zu empfangen. Der heutige Tag ruft uns dazu auf, aktiv das liturgische Leben zu erleben, nicht nur als Zuschauer, sondern als Teilnehmer.»
Danach erzählte der Patriarch, dass er den althergebrachten Dienst der Fußwaschung begangen hat, «so wie es uns von den Heiligen Vätern vorgeschrieben wurde».
«Nach dem Vorbild des Erlösers wusch heute der Patriarch die Beine der Priester, die die zwölf Apostel symbolisierten», sagte er weiter. «Und diese Tat hilft uns, die ganze Tiefe der Demut Christi zu verstehen, der Mensch wurde, um uns zu retten können.»
«Beim Heiligen Abendmahl hat Er, sich niederknieend, die Füße seiner Schüler gewaschen, wie es gewöhnlich nur die Sklaven machten, und damit gezeigt, dass jede menschliche Persönlichkeit vor Gott wichtig ist. Dies hilft einem Christen, ein sanftmütiger Mensch zu sein, seiner Pflicht ehrlich nachzukommen, jeder der seinen, und bei der Erfüllung der Aufgaben und damit verbundenen Erfolgen nicht die große Wahrheit zu vergessen, dass wir alle vor Gott gleich sind.»
«Der Stolz», sagte seine Heiligkeit zum Abschluss, «zerstört jene Verbindung, die unser Gott mit uns durch die Leiden am Kreuz und die Auferstehung eingegangen ist.»


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