Kopfbedeckung

Liebe Leser und Leserinnen unserer Internetseite,

KopftuchWer einen orthodoxen Gottesdienst besucht, wird feststellen, dass viele der dort anwesenden Frauen eine Kopfbedeckung tragen. In der Orthodoxen Kirche ist es Sitte, dass die Frau sich in der Kirche und während der Gottesdienste das Haupt bedeckt. Doch warum christliche Frauen dieses tun ist nicht jedem verständlich und oft kommt es zu Missverständnissen betreffend dieser Symbolik, daher war es uns ein Bedürfnis den Lesern unserer Seite einige Erläuterungen zur Kopfbedeckung der Frau zu geben:Als Orthodoxe begreifen wir unsere Kirche nicht als bloße gesellschaftliche, kulturelle und Werte vermittelnde Institution, sondern als den Gottmenschlichen Organismus, als den Leib Christi: Die Gläubigen als die Glieder, Christus als einziges Haupt. In diesem Leib wird das Gebet – das persönlich intime, wie auch das gemeinschaftliche Gebet – zur „heiligen Brücke“, zur geistigen Verbindung mit unserem Erlöser und Gott.
Der heilige Apostel Paulus, der sich der Heiligkeit des Gebets und der wichtigen Ernsthaftigkeit im Gebet bewusst war, merkt für die gläubige Frau an:
„Jede Frau, die mit unverhülltem Haupt betet oder prophetisch redet, entehrt ihr Haupt; denn es ist gerade so als wäre sie geschoren. Wenn eine Frau keinen Schleier trägt, soll sie sich doch gleich die Haare abschneiden lassen. Gilt es aber als Schande für eine Frau, sich das Haar schneiden, oder sich kahlscheren zu lassen, soll sie sich verschleiern. “ (1. Korinther 11)
Der Kirche feindlich Gegenüberstehende versuchen die Kopfbedeckung  der christlichen Frau als Symbol der Unterdrückung, Minderschätzung kurz gesagt als Unwürdigkeitserklärung der Frau zu instrumentalisieren. Diese Sichtweise ist in keinem Fall korrekt und zielführend!
Als bestes Beispiel zur gegenteiligen Veranschaulichung mag die Gottesmutter dienen. Der aufmerksame Betrachter stellt fest:

Ikonographen (Ikonenmaler) stellen die allheilige Gottesmutter auf Ikonen immer mit Kopfbedeckung dar! Sie, die Mutter Gottes, wurde von Gott als das auserwählte Gefäß der Inkarnation des Logos Gottes erwählt, sie trug das Feuer in sich und brannte nicht! Auf der ganzen Welt gab und gibt es keine Frau, welcher eine größere Würde je zuteil wurde. Wir preisen sie als die „Hochheilige“, als die „Erhabene“, die in den himmlischen Stand erhoben wurde „ehrwürdiger als die Cherubim und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim“. Allein schon deshalb kann die Kopfbedeckung der Frau weder für Unterdrückung,  Minderwertigkeit, noch für Unwürdigkeit, oder dergleichen stehen.
Wenden wir uns den Worten des heiligen Apostels wieder zu:
„Der Mann darf sich nämlich nicht das Haupt verhüllen, weil er Bild und Abglanz Gottes ist; die Frau dagegen Abglanz des Mannes. Der Mann stammt nämlich nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. Auch wurde ja der Mann nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann. Deshalb soll die Frau eine Macht auf dem Haupt haben um der Engel willen.“ (1. Korinther 11)
Die Worte sind immer aktuell,besonders in unseren Zeiten. Um Missverständnisse und falsche Interpretationen zu vermeiden,  fügt der Apostel  sogleich hinzu:
„Übrigens ist im Herrn weder die Frau etwas ohne den Mann noch der Mann etwas ohne die Frau. Wie nämlich die Frau vom Mann stammt, so kommt der Mann durch die Frau zur Welt; alles aber stammt von Gott.“(1. Korinther 11. 11 – 13)

Eine Frau, die sich (aus freiem Willen!) entschließt während der Gebetszeiten ihr Haupt zu bedecken, tut dies aus Respekt vor Gott und vor den Worten des Apostels. Ihr mag es helfen eine demütige Gesinnung zu erlangen, sodass sie die Reinheit und die Tugenden, die sie mit dem Tragen des Tuches nach AußenNonne von Repin symbolisiert, auch in ihrem Herzen bewahrt. Es gibt fromme Frauen, die in der Öffentlichkeit und auch ausserhalb der Gebetszeiten ihr Haupt bedecken. Zwar wird dies nicht ausdrücklich vom Apostel gewünscht, doch mahnt Paulus an anderer Stelle: „Betet ohne Unterlass! (1. Thessalonicher 5,17)“. Also auch dann, wenn wir uns im gesellschaftlichen Trubel befinden, wie zum Beispiel in der Bahn, auf dem Markt etc. Vom kirchlichen Standpunkt aus ist es daher als durchaus sittlich zu betrachten, wenn eine Frau sich in der Öffentlichkeit mit Kopfbedeckung zeigt. Nonnen tragen zu ihrem Mönchsgewand, dem S’chema, immer eine entsprechende Kopfbedeckung.
(Text:Stephanus, Mitglied der Gemeinde; Bilder:Nastenka, Ikone Gottesmutter, „Nonne“ Repin )


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