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Das Geheimnis der Erlösung.

Im Jahr 1917 veröffentlichte Mitropolit Antonius (Chrapowitsky) eine umstrittene Lehre über die Erbsünde und die natürliche Schuld des Menschen. Diese löste eine bis heute andauernde Diskussion zwischen ihm und seinen Gegnern im Rahmen der orthodoxen Theologie aus. Während Antonius die traditionelle, westlich geprägte Auffassung der Erbsünde ablehnt und die Verantwortung für Adams Sünde zurückweist, betonen seine Kritiker die Notwendigkeit, die patristische Lehre und die biblischen Grundlagen zu wahren. Die Auseinandersetzung verdeutlicht die tiefgreifenden theologischen Streitpunkte bezüglich Schuld, Natur und Erlösung und wirft Fragen über die richtige Interpretation der Schrift sowie die authentisch orthodoxe Position auf.

 Während sein Vorgänger, Metropolit Philaret (Drosdov), die Erbsünde 100 Jahre früher als moralisch verantwortliche Schuld definiert hat, betont M. Antonius, dass wir nicht die Schuld Adams erben, sondern lediglich seine gefallene Natur und Sterblichkeit. Er sieht die Verantwortung für Adams Sünde ausschließlich bei diesem selbst und nicht bei seinen Nachkommen. Er argumentiert, dass die menschliche Natur zwar durch die Sünde Adams geprägt, aber nicht schuldhaft belastet sei. M. Antonius weist außerdem darauf hin, dass die orthodoxe Lehre die individuelle Verantwortlichkeit betont und die Fehler der westlichen Scholastik ablehnt. Seine Haltung fokussiert sich auf die Übertragung der gefallenen Natur und die Notwendigkeit der Erlösung durch Christus, während M.Philaret eine eher schuldbewusste Interpretation vertritt.

DAS GEHEIMNIS DER ERLÖSUNG
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Ausserdem versucht der Mitropolit Antonius, den Text von Römer 5,12 neu zu interpretieren, verstößt gegen das Verbot, das seinerzeit vom Konzil von Karthago ausgesprochen wurde, usw.

Zu den ersten Kritikern von Mitropolit Antonius zählte der neu kanonisierte Hieromärtyrer. Erzbischof Viktor von Vyatka. Bereits 1912 stellte er fest, dass die „neue Theologie” des Metropoliten Antonius und seines Schülers, des Metropoliten (und zukünftigen „Patriarchen” Sergius (Stragorodsky) „die Kirche erschüttern würde”. Und er sah in der katastrophalen „Erklärung” von Mitropolit Sergius von 1927 ein direktes Ergebnis seiner Lehre über die Erlösung – eine Lehre, die von Metropolit Antonius in […] Das Dogma der Erlösung wurde darin offen gelobt.

Auch der Erzbischof Theophan von Poltawa schreibt in seinem Artikel „Über die Erlösung” stellt seine Argumente streng gegenüber denen von Metropolit Antonius.

Der Autor dieses Buches, Vladimir Moss, sieht sein Ziel darin, die Lehre von Metropolit Philaret als die traditionelle Lehre der orthodoxen Kirche zu verteidigen. Dazu wird insbesondere die These von Metropolit Anthony in einem Dokument untersucht und widerlegt, das kürzlich von den Bischöfen der „Heiligen Orthodoxen Kirche in Nordamerika“ (HOCNA) unter dem Titel „Resolution der Heiligen Synode der Wahren Orthodoxen Kirche Griechenlands über das Dogma der Erlösung von Mitropolit Anthony Chrapovitsky” verfasst wurde.

Dabei werden zentrale Themen der christlichen Theologie behandelt, insbesondere die Lehre von der Erbsünde, dem Sündenfall und dem menschlichen Verhältnis zu Schuld und Tod. Dabei werden verschiedene Interpretationen und Überlegungen von Kirchenvätern, Theologen und orthodoxen Lehrmeinungen analysiert. Sowohl die biblischen Grundlagen als auch kritische Einwände und Differenzen innerhalb der kirchlichen Tradition werden dabei beleuchtet. Das Ziel besteht darin, ein tieferes Verständnis der theologischen Argumente und der moralischen Implikationen im Zusammenhang mit der menschlichen Natur, Schuld und Erlösung zu vermitteln.

© Die vorliegende Übersetzung wurde aus der englischen Sprache angefertigt. †  deutsch-orthodox.de

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