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Der Kanon “Die Klage der Gottesmutter”

Der Kanon über die Kreuzigung des Herrn und die Klage der Gottesmutter

Der Klagegesang der Gottesmutter unter dem Kreuz

Nur wenige Worte des Evangeliums erzählen von der Mutter Jesu, die unter dem Kreuz ihres Sohnes steht. Der Evangelist Johannes schreibt schlicht:

„Bei dem Kreuze Jesu aber standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena.“

Aus diesen wenigen Worten entstand im Laufe der Jahrhunderte eine reiche geistliche Tradition, in der die Kirche das Schweigen des Evangeliums gleichsam mit den Worten der trauernden Mutter aussprach. Eine besonders bedeutende Gestalt erhielt sie im 6. Jahrhundert durch den heiligen Romanos den Meloden (Romanos den Süßsänger, ca. 490–ca. 556). Sein großes Kontakion „Die Klage der allheiligen Gottesmutter am Kreuz gehört zu den eindringlichsten poetischen Darstellungen des Leidens Christi und der mütterlichen Trauer Mariens.

Romanos lässt die Gottesmutter selbst sprechen. Dadurch wird die Passion nicht nur als äußeres Geschehen dargestellt. Der Leser und Hörer tritt gleichsam in die unmittelbare Nähe einer Mutter, die ihren Sohn leiden und sterben sieht. Die direkte Rede Mariens — bald als Klage, bald als Anrufung, bald als Frage — bildet das eigentliche Zentrum der Dichtung.

Von Romanos zu Simeon Metaphrastes

Etwa vier Jahrhunderte später wurde diese ältere Dichtung in eine neue liturgische Form übertragen. Der heilige Simeon Metaphrastes, auch Simeon Logothetes oder Simeon Magistros genannt (ca. 900–960), wird mit der Entstehung des heute als „Kanon über die Kreuzigung des Herrn und die Klage der Gottesmutter“ bekannten Werkes verbunden.

Der Name Metaphrastes bedeutet „derjenige, der etwas umschreibt oder nacherzählt“. Und tatsächlich handelt es sich nicht einfach um eine Übersetzung oder Wiederholung des Werkes des Romanos. Simeon überführte dessen geistlichen und emotionalen Gehalt in die Form des Kanons und schuf damit im Wesentlichen ein neues Werk.

Dabei blieb jedoch ein besonders eindrucksvoller Abschnitt aus der älteren Dichtung erhalten: die Erinnerung Mariens an die Hochzeit zu Kana. Schon im 12. Jahrhundert begegnet dieses Motiv in der russischen Überlieferung; der Pilger Daniel von Kiew zitiert in seinem „Gang“ ausdrücklich den Klagegesang des Romanos.

Gerade deshalb erscheint die Frage Mariens im Kanon zunächst überraschend:

„Wohin gehst Du, mein Kind? Warum vollendest Du so schnell Deinen Weg? Oder gibt es wieder eine Hochzeit in Kana, und Du eilst dorthin, um Wasser in Wein zu verwandeln?“

Die Erinnerung an Kana verbindet den Beginn des öffentlichen Wirkens Christi mit seinem Tod am Kreuz. Was dort mit der Verwandlung des Wassers in Wein begann, führt nun zum Kreuz und zum Tod — und doch nicht zum Ende.

Der Kanon als Gesang der Trauer

Der Kanon führt uns durch die Stunden zwischen dem Tod Christi am Kreuz und seiner Grablegung.

Die Gottesmutter sieht ihren Sohn am Kreuz. Sie erinnert sich an seine Geburt, an seine Güte, an seine Wunder. Sie beklagt, dass ihre Hoffnung, ihre Freude und das Licht ihrer Augen von ihr genommen worden sind. Sie sieht seinen verwundeten und entblößten Leib, empfängt ihn vom Kreuz und hält ihn auf ihren Knien. Joseph von Arimathäa und Nikodemus nehmen den Leib Christi vom Kreuz. Die Gottesmutter folgt ihnen und bleibt bei ihrem Sohn, während er zum Grab getragen wird.

Der Text ist dabei ungewöhnlich persönlich. Die großen theologischen Wahrheiten werden nicht in abstrakten Lehrsätzen ausgesprochen. Sie erscheinen durch den Schmerz einer Mutter.

Maria spricht zu ihrem Sohn: „Mein Kind und mein Gott.“

Diese Worte sind zugleich Klage und Bekenntnis. Sie halten das Paradox der Passion fest: Derjenige, den sie als ihren Sohn sieht, ist zugleich der ewige Gott.

Der alte Hymnus des Romanos hatte diese Spannung bereits besonders eindringlich gestaltet. Die menschliche Mutterschaft Mariens und das göttliche Wesen Christi werden nicht gegeneinander ausgespielt, sondern gerade in ihrer scheinbaren Unvereinbarkeit nebeneinandergestellt.

Nicht wir bitten Maria um Hilfe — wir stehen bei ihr

Vielleicht liegt gerade darin etwas Besonderes an diesem Gottesdienst. Während wir in vielen Gebeten und Hymnen die Gottesmutter um ihre Fürsprache bitten, geschieht hier etwas anderes. Wir treten an ihre Seite.

Wir bitten sie nicht zuerst um etwas. Wir hören ihr zu. Wir sehen mit ihr auf den gekreuzigten Sohn. Wir hören ihre Fragen, ihre Klage, ihre Tränen. Wir begleiten sie, als sie den Leib Christi vom Kreuz empfängt und ihn zum Grab begleitet. Und gerade dadurch kann sich auch unser eigenes Verhältnis zum Leiden Christi verändern. Indem wir uns der Trauer der Gottesmutter anschließen, lernen wir vielleicht, nicht nur über den Tod Christi zu sprechen, sondern mit ihr vor dem Geheimnis seines Leidens zu stehen.

Das ist keine sentimentale Ausschmückung der Passionsgeschichte. Die Klage Mariens führt immer wieder zurück zu der Frage, wer derjenige ist, der hier leidet und stirbt.

Warum schweigt Christus?

Eine Besonderheit des Kanons wird erst sichtbar, wenn man den Text als Ganzes liest. Fast der gesamte Kanon besteht aus den Worten und Gedanken der Gottesmutter. Christus bleibt schweigend.

Maria fragt ihn: „Wirst Du Deiner Magd kein Wort sagen, o Wort Gottes?“

Sie bittet ihn um ein Wort. Sie möchte noch einmal seine Stimme hören. Sie kann seinen Tod nicht begreifen. Und dieses Schweigen dauert beinahe bis zum Ende. Dann, ganz unerwartet, spricht Christus. Es ist der einzige längere Antwortvers des Herrn im ganzen Kanon:

„O, wie verborgen ist Dir der Abgrund der Erbarmungen!
Ich wollte meine Schöpfung retten und habe deshalb freiwillig den Tod auf mich genommen.
Doch werde ich auferstehen und Dich verherrlichen, als der Gott des Himmels und der Erde.“

Damit verändert sich plötzlich die ganze Richtung des Gesanges. Bis hierher war alles von Verlust, Trennung und Tod bestimmt. Nun wird sichtbar, dass der Tod Christi nicht das letzte Wort besitzt. Die Antwort Christi erklärt den Tod nicht einfach weg. Sie nimmt den Schmerz der Mutter ernst — und eröffnet gerade innerhalb dieses Schmerzes die Hoffnung auf die Auferstehung. Der Schlussvers des Kanons nimmt diese Antwort auf. Die Gottesmutter bekennt die Barmherzigkeit Christi und bittet:

„Durch Deine Auferstehung, o Erlöser, erbarme Dich unser!“

Aus der Klage wird wieder Gebet.

Zwischen Evangelium, Dichtung und liturgischer Tradition

Der Kanon ist deshalb weder eine bloße Nacherzählung der Evangelien noch ein historischer Bericht über die Ereignisse am Karfreitag. Er gehört zur großen Tradition der liturgischen Dichtung, in der die biblische Geschichte nicht nur erzählt, sondern innerlich gegenwärtig gemacht wird.

Der ältere Gesang des Romanos und der spätere Kanon des Simeon gehören dabei zu einer langen Entwicklung des sogenannten Klagegesangs der Gottesmutter. Die Forschung unterscheidet verschiedene Linien dieser Entwicklung: die kirchlich-liturgische, die weltlich-dramatische und die volkstümlich-religiöse.

Gerade der Kanon des Simeon wurde in der orthodoxen Welt weit verbreitet und spielte insbesondere in der alten russischen Überlieferung eine bedeutende Rolle. Er wurde später auch zu einer wichtigen Quelle für weitere geistliche Dichtungen und Darstellungen des Leidens der Gottesmutter. Auch der Name des Werkes begegnet in den Quellen in verschiedenen Formen, etwa als Kanon threnodes oder Kanon threnetikos — also als Kanon des Klagegesangs. Die Forschung verbindet den überlieferten Klagekanon mit dem dem hl. Simeon Metaphrastes zugeschriebenen Werk und verfolgt seine liturgische Überlieferung bis in das Mittelalter.

Eine alte Dichtung, die nicht alt wirkt

Vielleicht liegt die besondere Kraft dieses Textes gerade darin, dass er uns trotz seines hohen Alters nicht fern erscheint. Die Worte der Gottesmutter sind keine abstrakten theologischen Formeln. Sie sind die Worte einer Mutter, die ihren Sohn verliert:

„Mein süßes Kind und meine Freude ist ins Grab gegangen.“

„Nicht werde ich von Deinem Grab weichen, mein Kind, und nicht aufhören zu weinen.“

„Wirst Du Deiner Magd kein Wort sagen, o Wort Gottes?“

Gerade diese Unmittelbarkeit erklärt vielleicht, warum das Thema des Klagegesangs der Gottesmutter über die Jahrhunderte hinweg immer wieder Künstler, Dichter und Komponisten beschäftigt hat. Der Stoff fand seinen Weg nicht nur in die orthodoxe Kirchenkunst, sondern auch in die westliche christliche Kunst und Musik und entwickelte sich dort auf vielfältige Weise weiter. Doch im orthodoxen Kanon bleibt der entscheidende Punkt nicht die menschliche Tragödie allein.

Zur Übersetzung und Überlieferung des Textes

Der vorliegende Kanon ist über viele Jahrhunderte in verschiedenen sprachlichen und liturgischen Überlieferungen weitergegeben worden. Dabei haben sich einzelne Formulierungen, die Anordnung mancher Gedanken und mitunter auch einzelne Bilder verändert oder unterschiedlich entwickelt. Der hier wiedergegebene Text folgt der in der slawischen orthodoxen Tradition überlieferten Fassung und ist daher nicht in jeder Einzelheit mit den heute zugänglichen griechischen Fassungen identisch.

Der vorliegende deutsche Text versucht deshalb nicht, den kirchenslavischen Wortlaut mechanisch nachzubilden. Schon die ältere Entwicklung dieses Gesanges zeigt, dass es hier nicht allein um die wörtliche Bewahrung eines früheren Textes geht, sondern um die Übertragung seines geistlichen und emotionalen Gehalts in eine andere poetische Form. Diesem Grundsatz folgt auch die vorliegende Übersetzung: Sie versucht, die Bilder, die Bewegung und die innere Spannung des kirchenslavischen Textes zu bewahren, ohne das Deutsche künstlich dem slavischen Satzbau unterzuordnen.

Solche Unterschiede sind bei einem geistlichen Text, der über viele Jahrhunderte handschriftlich und liturgisch überliefert wurde, nicht ungewöhnlich. Sie berühren jedoch nicht den inneren Sinn des Kanons: Die Klage der Gottesmutter, die Betrachtung des Leidens und Todes Christi, die tiefe Verbundenheit von Mutter und Sohn und die Hoffnung auf die Auferstehung bleiben erhalten. Auch die poetischen Bilder und die emotionale Kraft des Gesangs sind in der vorliegenden Fassung bewusst bewahrt.

Der griechische Text wird hier als ergänzende Parallele zur überlieferten slawischen Fassung wiedergegeben.

🎧 Eine musikalische Fassung des Kanons

Die Aufnahme folgt dem geistlichen Inhalt des Kanons und enthält Worte aus den Klagen der Gottesmutter und aus den Worten Christi.

Kanon über die Kreuzigung des Herrn und die Klage der Gottesmutter

Deutsche und kirchenslavische Fassung

  1. Ode

Irmos: Wie Israel zu Fuß durch die Tiefe zog und das Heer des Pharao sah, das ihn verfolgte und im Meer versank, sang es Gott ein Siegeslied und rief:

Ирмос: Яко по cyxу пешешествовав Израиль по бездне стопами, гонителя фараона видя потопляема, Богу победную песнь поим вопияше.

  1. Als die Allreine den Sohn und ihren Herrn am Kreuze hängen sah, wurde sie von bitterem Schmerz zerrissen und rief gemeinsam mit den anderen Frauen unter Wehklagen:

Обешена яко виде на кресте Сына и Господа, Дева Чистая терзающися вопияше горце, со другими женами стенящи глаголаше:

  1. „Nun sehe ich Dich, mein geliebtes Kind, am Kreuze hängen, und bitterlich wird mein Herz verwundet“, sprach die Allreine. „Sprich doch ein Wort zu Deiner Magd, o Gütiger.“

Вижду Тя ныне, возлюбленное Мое Чадо и любимое, на кресте висяща и уязвляюся горце сердем, рече Чистая: но даждь слово, Благий, рабе Твоей.

  1. „Freiwillig erduldest Du, mein Sohn und mein Schöpfer, den grausamen Tod am Holze“, sprach die Jungfrau, am Kreuze stehend mit dem geliebten Jünger.

Волею, Сыне Мой и Творче, терпиши на древе лютую смерть, Дева глаголаше, предстоящи у креста со возлюбленным учеником.

  1. „Nun bin ich meines Hoffens, meiner Freude und meines Frohsinns beraubt, meines Sohnes und meines Herrn. Wehe mir! Mein Herz leidet“, sprach die Allreine unter Tränen.

Ныне Моего чаяния, радости и веселия, Сына Моего и Господа лишена бых: увы Мне! болезную сердцем, Чистая плачущи глаголаше.

  1. Ode

Irmos: Keiner ist heilig wie Du, Herr, mein Gott, der Du das Horn Deiner Gläubigen erhöht hast, o Gütiger, und uns auf dem Felsen des Bekenntnisses gegründet hast.

Ирмос: Несть свят якоже Ты Господи Боже мой, вознесый рог верных Твоих Блаже, и утвердивый нас на камени исповедания Твоего.

  1. „Aus Furcht vor den Juden verbarg sich Petrus, und alle Gläubigen flohen und ließen Christus zurück“, sprach die Jungfrau unter Wehklagen.

Страха ради иудейска Петр скрыся, и вси отбегоша вернии, и оставльше Христа, Дева рыдающи глаголаша.

  1. „Durch Deine wunderbare und geheimnisvolle Geburt, mein Sohn, wurde ich über alle Mütter erhoben. Doch wehe mir! Nun, da ich Dich am Holze sehe, entbrennt mein Innerstes.“

О страшном Твоем рождестве и странном, Сыне Мой, паче всех матерей возвеличена бых Аз: но увы Мне! ныне Тя видящи на древе распалаюся утробою.

  1. „Siehe, ich sehe mein eigenes Kind, das ich einst auf meinen Armen hielt, nun vom Holze herabgenommen. Doch niemand gibt Ihn mir, wehe mir!“, sprach die Allreine.

Вижду Утробу Мою на руках, в нихже Младенца держах, с древа прияти, вещаше Чистая: но никтоже, увы Мне, сего даде.

  1. „Siehe, mein süßes Licht, meine Hoffnung und mein kostbares Leben: Mein Gott ist am Kreuze erloschen! Mein Innerstes entbrennt“, sprach die Jungfrau unter Seufzen.

Се, свет Мой сладкий, надежда и живот Мой благий, Бог Мой угасе на кресте, распалаюся утробою, Дева стенющи и глаголаше.

  1. Ode

Irmos: Christus ist meine Kraft, Gott und Herr; Ihn besingt die ehrwürdige Kirche in gottgemäßer Weise und feiert in reiner Gesinnung den Herrn

Ирмос: Христос моя сила, Бог и Господь, честная Церковь боголепно поет взывающи, от смысла чиста о Господе празднующи.

  1. „Unvergängliche Sonne, ewiger Gott, Schöpfer aller Geschöpfe und Herr! Wie erduldest Du das Leiden am Kreuze?“ sprach die Allreine unter Tränen.

Солнце незаходяй, Боже Превечный и Творче всех тварей, Господи, како терпиши страсть на кресте, Чистая плачущи глаголаше.

  1. Unter Tränen sprach die Unvermählte zu dem edlen Josef: „Eile zu Pilatus und erbitte, dass Du Deinen Lehrer vom Holze nehmen darfst.“

Плачущи глаголаше браконеискусная ко благообразному: потщися, Иосифе, к Пилату приступити и испроси снятии с древа Учителя твоего.

  1. Als Josef die Allreine bitterlich weinen sah, geriet er in Bestürzung und trat unter Tränen vor Pilatus: „Gib mir den Leib meines Gottes!“

Видев Пречистую горце слезящу, Иосиф смутися и плачася приступи к Пилату: даждь ми, вопия с плачем, тело Бога моего.

  1. „Da ich Dich verwundet, ohne Herrlichkeit und nackt am Holze sehe, mein Kind, wird mein Innerstes von Schmerz verzehrt“, sprach die Jungfrau in ihrem mütterlichen Weh.

Уязвена Тя видящи и без славы нага на древе Чадо Мое, утробою распалаюся, рыдающи яко Мати, Дева провещаваше.

  1. Ode

Irmos: Erleuchte, o Gütiger, mit Deinem göttlichen Licht die Seelen, die in der Nacht zu Dir wachen, damit ich Dich erkenne, Wort Gottes, den wahren Gott, der uns aus der Finsternis der Sünde ruft.

Ирмос: Божиим светом Твоим Блаже, утренюющих Ти души любовию озари молюся, Тя ведети Слове Божий, истиннаго Бога, от мрака греховнаго взывающа.

  1. Von Schmerz zerrissen und zugleich voll Staunen nahm Josef gemeinsam mit Nikodemus den allreinen Leib herab, küsste Ihn unter Tränen und Seufzen und pries Ihn als Gott.

Растерзаяся и рыдая и дивяся вкупе с Никодимом снят Иосиф, и уцеловав пречистое тело рыдаше и стеняше, и пояше Его яко Бога.

  1. Die unvermählte Mutter nahm Ihn unter Tränen auf, legte Ihn auf ihre Knie, betete unter Tränen zu Ihm, bedeckte Ihn mit Küssen und weinte bitterlich und klagend.

Приимши Его с плачем Мати неискусомужняя, положи на колену, молящи Его со слезами и облобызащающи, горце же рыдающи и восклицающи.

  1. „Dich, o Gebieter, mein Sohn und mein Gott, hatte ich, Deine Magd, als meine einzige Hoffnung, mein Leben und das Licht meiner Augen. Nun aber bin ich Deiner beraubt, mein süßes und geliebtes Kind.“

Едину надежду и животь, Владыко Сыне Мой и Боже, во очию свет раба Твоя имех, ныне же лишена бых Тебе, сладкое Мое Чадо и любимое.

  1. „Schmerz, Trauer und Seufzen haben mich ergriffen. Wehe mir!“, sprach die Allreine unter bitterem Weinen, „da ich Dich sehe, mein geliebtes Kind, nackt und allein, mit wohlriechenden Salben zum Toten gesalbt.

Болезни и скорби и воздыхания обретоша мя, увы Мне, Чистая горце рыдающи глаголаше, видящи Тя, Чадо Мое возлюбленное, нага и уединена, и вонями помазана мертвеца.

  1. Ode

Irmos: Da ich das Meer des Lebens sehe, aufgewühlt vom Sturm der Versuchungen, fliehe ich zu Deinem stillen Hafen und rufe zu Dir: Errette mein Leben aus dem Verderben, o Barmherziger.

Ирмос: Житейское море воздвизаемое зря напастей бурею, к тихому пристанищу Твоему притек вопию Ти: возведи от тли живот мой, Многомилостиве.

  1. „Tot sehe ich Dich, o Menschenliebender, der Du die Toten lebendig gemacht hast und alles erhältst; bitterlich wird mein Innerstes verwundet. Ich wollte mit Dir sterben“, sprach die Allreine, „denn ich vermag es nicht zu ertragen, Dich tot und ohne Atem zu sehen.

Мертва Тя зрю, человеколюбче, оживившаго мертвыя, и содержаща вся, уязвляюся люте утробою: хотела бых с Тобою умрети, Пречистая глаголаше; не терплю бо без дыхания мертва Тя видеши.

  1. „Ich staune, da ich Dich sehe, o allgütiger Gott und allweiser Herr, ohne Herrlichkeit, ohne Atem und ohne Gestalt. Ich halte Dich in meinen Armen und weine, denn ich hätte niemals gedacht, wehe mir, Dich so zu sehen, mein Sohn und mein Gott!“

Дивлюся зрящи Тя, преблагий Боже и премудрый Господи, без славы, и без дыхания, и безобразна, и плачуся держащи Тя, яко не надеяхся, увы Мне! Видети Тя, Сыне Мой и Боже!

  1. „Willst Du Deiner Magd kein Wort sagen, o Wort Gottes? Willst Du Dich nicht erbarmen über die, die Dich geboren hat?“, sprach die Allreine unter Weinen und Klagen, während sie den Leib ihres Herrn küsste.

Не взглаголеши ли рабе Твоей слова, Слове Божий? Не ущедриши ли, Владыко, Тебе рождшую? глаголаше Чистая, рыдающи и плачущи, облобызающи тело Господа своего.

  1. „Ich denke, o Gebieter, dass ich Deine süße Stimme von nun an nicht mehr hören und die Schönheit Deines Antlitzes nicht mehr sehen werde wie zuvor, Deine Magd; denn Du bist, mein Sohn, meinen Augen entschwunden.“

Помышляю, Владыко, яко ктому сладкаго Твоего не услышу гласа; ни доброты лица Твоего узрю, якоже прежде раба Твоя: ибо зашел еси, Сыне Мой, от очию Моею.

  1. Ode

Irmos: Den frommen Jünglingen machte der Engel den Feuerofen zu einem Ort, der Tau spendete; die Chaldäer aber verbrannte das Gebot Gottes. Da bewegte er den Peiniger auszurufen: Gepriesen bist Du, Gott unserer Väter.

Ирмос: Росодательну убо пещь содела Ангел преподобным отроком, халдеи же опаляющее веление Божие, мучителя увеща вопити: Благословен еси Боже отец наших.

  1. Kommt alle, lasst uns den für uns Gekreuzigten besingen! Als Maria Ihn am Holze sah, sprach sie: „Auch wenn Du die Kreuzigung erduldest, bist Du doch mein Sohn und mein Gott.“

Нась ради Распятого прийдите вси воспоим. Того бо виде Мариа на древе глаголаше аще и распятие терпиши, Ты еси Сын и Бог Мой.

  1. Als Maria, die Mutter des Lammes, ihr eigenes Lamm zur Schlachtung geführt sah, folgte sie mit gelöstem Haar den anderen Frauen und rief: „Wohin gehst Du, mein Kind? Warum vollendest Du Deinen Weg so schnell? Ist etwa wieder eine Hochzeit in Kana, und eilst Du dorthin, um ihnen wiederum Wasser in Wein zu verwandeln? Soll ich mit Dir gehen, mein Kind, oder soll ich lieber auf Dich warten? Sprich ein Wort zu mir, o Wort, und gehe nicht schweigend an mir vorüber, Du, der Du mich rein bewahrt hast. Denn Du bist mein Sohn und mein Gott.“

Своего Агнца агница зрящи к заколению влекома, последоваше Мариа простертыми власы со инеми женами, сия вопиющи: камо идеши, Чадо? чесо ради скорое течение совершаеши? егда другой брак паки есть в Кане, и тамо ныне тщишися, да от воды им вино сотвориши? Иду ли с Тобою, Чадо, или паче пожду Тебе? Даждь ми слово, Слове, не молча мимо иди Мене, чисту соблюдый Мя. Ты бо еси Сын и Бог Мой.

  1. „Wo ist nun, mein Sohn und mein Gott, die alte Verheißung, die Gabriel einst zu mir sprach? Er nannte Dich den König, den Sohn und den Gott des Allhöchsten. Nun sehe ich Dich, mein süßes Licht, nackt und verwundet, als Toten.“

Где, Сыне Мой и Боже, благовещение древнее, еже Ми Гавриил глаголаше? Царя Тя, Сына и Бога Вышняго нарицаше: ныне же вижду Тя, Свете Мой сладкий, нага и уязвена мертвеца.

  1. „Du, der Du von den Leiden erlöst, nimm mich nun mit Dir auf, mein Sohn und mein Gott, damit auch ich, o Gebieter, mit Dir in den Hades hinabsteige. Lass mich nicht allein zurück; denn ich vermag nicht länger zu leben, da ich Dich nicht sehe, mein süßes Licht.“

Избавляяй болезни, ныне прими Мя с Собою, Сыне Мой и Боже, да сниду, Владыко, во ад с Тобой и Аз, не остави Мене едину, уже бо жити не терплю, не видящи Тебе, сладкаго Моего Света.

  1. Ode

Irmos: Aus dem Feuer hast Du den Frommen Tau quellen lassen und das Opfer des Gerechten mit Wasser verbrannt; denn alles tust Du, Christus, was Du nur willst. Dich erheben wir über alles in Ewigkeit.

Ирмос: Из пламене росу преподобным источил еси, и праведнаго жертву водою попалил еси: вся бо твориши, Христе, токмо еже хотети; Тя превозносим во вся веки.

  1. Mit den anderen Myrrhenträgerinnen weinte die Makellose bitterlich, als sie Christus fortgetragen sah, und sprach: „Wehe mir! Was sehe ich? Wohin gehst Du nun, mein Sohn, und lässt mich allein zurück?“

С другими женами мироносицами рыдающи Непорочная горце и носима видящи Христа глаголаше: увы Мне, что вижду? Камо идешь ныне, Сыне Мой, а Мене едину оставляеши?

  1. Erschöpft vor Schmerz und weinend sprach die Makellose zu den Myrrhenträgerinnen: „Wehklagt mit mir und weint bitterlich, denn seht: mein süßes Licht und euer Lehrer wird dem Grabe übergeben.“

Изнемогающи и рыдающи Непорочная мироносицам глаголаше: срыдайте Ми и сплачитеся горце, се бо Свет Мой сладкий и Учитель ваш гробу предается.

  1. Als Josef die weinende Jungfrau sah, wurde er selbst von Schmerz zerrissen und rief bitterlich aus: „Wie soll ich Dich nun begraben, o mein Gott, ich, Dein Knecht? In welche Grabtücher soll ich Deinen Leib hüllen?“

Деву рыдающу Иосиф видев растерзашеся весь и вопияше горько: како Тя, о Боже Мой, ныне погребу раб Твой? Какими плащаницами обвию тело Твое?

  1. Über allen Verstand hinaus geht das Wunder, das sich hier zeigt: Den Herrn, der die ganze Schöpfung trägt, trägt nun Josef auf seinen Armen wie einen Toten und begräbt Ihn zusammen mit Nikodemus.

Паче ума превзыде странное Твое видение носящаго тварь всю Господа: сего ради Иосиф яко мертва Тя на руку своею и с Никодимом носит и погребает.

  1. Ode

Irmos: Den Menschen ist es unmöglich, Gott zu schauen, den die Chöre der Engel nicht wagen anzublicken. Durch Dich aber, Allreine, erschien den Menschen das Wort im Fleische. Ihn verherrlichend, preisen wir Dich selig mit den himmlischen Heerscharen.

Ирмос: Бога человеком невозможно видети, на Негоже не смеют чини Ангельстии взирати: Тобою же, Всечистая, явися человеком Слово воплощенно: Егоже с небесными Вои Тя ублажаем.

  1. „Ein wunderbares und herrliches Geheimnis sehe ich“, rief die Jungfrau ihrem Sohn und Herrn zu. „Wie wirst Du in ein armseliges Grab gelegt, Du, der Du die Toten durch Dein Wort aus den Gräbern auferweckst?“

Странну вижду и преславную тайну, Дева вопияше Сыну и Господу: како в худом гробе полагаешися, мертвыя повелением возставляяй во гробех.

  1. „Von Deinem Grabe werde ich nicht weichen, mein Kind, und als Deine Magd werde ich nicht aufhören, Tränen zu vergießen, bis auch ich in den Hades hinabsteige. Denn ich vermag die Trennung von Dir nicht zu ertragen, mein Sohn.“

Ни от гроба Твоего восстану, Чадо Мое, ни слезы точащи престану раба Твоя, дондеже и Аз сниду во ад: не могу бо терпети разлучения Твоего, Сыне Мой.

  1. „Nie wieder wird Freude mich von nun an berühren“, sprach die Makellose unter Tränen. „Mein Licht und meine Freude ist ins Grab hinabgegangen. Doch ich werde Ihn nicht allein lassen: Hier will auch ich sterben und mit Ihm begraben werden.“

Радость Мне николиже отсем прикоснется, рыдающи глаголаше Непорочная: свет Мой и радость Моя во гроб зайде. Но не оставлю Его единаго: зде же умру и спогребуся Ему.

  1. „Heile nun die Wunde meiner Seele, mein Kind“, rief die Allreine unter Tränen. „Auferstehe und stille meinen Schmerz und meine Trauer! Denn Du vermagst zu tun, was immer Du willst, o Gebieter, auch wenn Du Dich freiwillig ins Grab gelegt hast.“

Душевную Мою язву ныне исцели, Чадо Мое, Пречистая вопияше слезящи: воскресни и утоли Мою болезнь и печаль; можеши бо, Владыко, елико хощеши, и творити, аще и погреблся еси волею.

  1. „O, wie verborgen ist Dir der Abgrund des Erbarmens!“ Im Geheimnis sprach der Herr zu Seiner Mutter: „Denn um Meine Schöpfung zu retten, habe Ich beschlossen zu sterben; doch werde Ich auferstehen und Dich erhöhen, als Gott des Himmels und der Erde.“

О, како утаился Тебе есть бездна щедрот, Матери в тайне изрече Господь? Тварь бо Мою хотя спасти, изволих умрети; но и воскресну и Тебе возвеличу, яко Бог небесе и земли.

  1. „Ich will Dein Erbarmen besingen, o Menschenliebender, und mich verneigen vor dem Reichtum Deiner Barmherzigkeit, o Gebieter. Denn Du hast den Tod auf Dich genommen, um Deine Schöpfung zu retten“, sprach die Allreine. „Doch durch Deine Auferstehung, o Erlöser, erbarme Dich unser aller!“

Воспою милосердие Твое, Человеколюбче, и покланяюся богатству милости Твоея, Владыко: создание бо Твое хотя спасти, смерть подъял еси, рече Пречистая; но воскресением Твоим, Спасе, помилуй всех нас!

  1. [1] Irmos bezeichnet den einleitenden Gesang einer Ode des Kanons. Er gibt das biblische Bild vor, an das die folgenden Troparien der Ode anknüpfen.

Zum griechischen Text

Der griechische Text wird hier als Vergleichstext wiedergegeben. Er folgt einer überlieferten griechischen Fassung des Kanons und stimmt nicht in allen Einzelheiten mit der in der slawischen orthodoxen Tradition überlieferten Fassung überein. Die deutsche Übersetzung folgt bewusst der slawischen Fassung.

Ὠδὴ α΄. Ἦχος πλ. β΄. Ὁ Εἱρμός: «Ὡς ἐν ἠπείρῳ πεζεύσας…»

  • Τροπάριον 1: Κρεμαμένον ὡς εἶδεν ἐπὶ Σταυροῦ, τὸν Υἱὸν καὶ Κύριον, ἡ Παρθένος ἡ Ἁγνή, ἐκτιλλομένη ἐβόα πικρῶς, σὺν ταῖς ἄλλαις γυναιξὶ στενάζουσα.
  • Τροπάριον 2: Βλέπω σε νῦν, ἀγαπημένον μου Τέκνον καὶ ποθεινόν, ἐπὶ Σταυροῦ κρεμάμενον, καὶ τιτρώσκομαι πικρῶς τὴν καρδίαν, ἔλεγεν ἡ Ἁγνή· ἀλλὰ δός μοι λόγον, Ἀγαθέ, τῇ δούλῃ σου.
  • Τροπάριον 3: Ἑκουσίως, Υἱέ μου καὶ Ποιητά, ὑπομένεις ἐπὶ ξύλου χαλεπὸν θάνατον, ἡ Παρθένος ἔλεγε, παρεστῶσα τῷ Σταυρῷ σὺν τῷ ἠγαπημένῳ μαθητῇ.
  • Τροπάριον 4: Νῦν τῆς ἐμῆς ἐλπίδος, χαρᾶς καὶ εὐφροσύνης, τοῦ Υἱοῦ μου καὶ Κυρίου ἐστερήθην· οἴμοι! ὀδυνῶμαι τὴν καρδίαν, ἡ Ἁγνή κλαίουσα ἔλεγε.

Ὠδὴ γ΄. Ὁ Εἱρμός: «Οὐκ ἔστιν Ἅγιος ὡς σύ…»

  • Τροπάριον 1: Φόβῳ τῷ τῶν Ἰουδαίων, ὁ Πέτρος ἐκρύπτετο, καὶ πάντες οἱ πιστοὶ κατέλιπον τὸν Χριστόν, ἡ Παρθένος δὲ θρηνοῦσα ἔλεγε.
  • Τροπάριον 2: Ὦ δεινοῦ τοκτοκίας! ὢ ξένου μυστηρίου! πῶς ἀποθνήσκεις ἐπὶ ξύλου, ὁ ζωὴν πᾶσι παρέχων, Υἱέ μου πανάγαθε;
  • Τροπάριον 3: Πῶς οὐκ ἐκλύεται ἐμοῦ τὸ φῶς τῶν ὀφθαλμῶν, βλεπούσης σε νῦν νεκρόν, τὸν ἐμὸν γλυκύτατον Υἱόν, ἐπὶ Σταυροῦ προσηλωμένον;
  • Τροπάριον 4: Ἰωάννη, συμβόησον, κλαῦσον σὺν ἐμοί, τὸν ἐμὸν Υἱὸν καὶ Διδάσκαλον, τὸν Δημιουργὸν τοῦ παντός.

Ὠδὴ δ΄. Ὁ Εἱρμός: «Χριστός μου δύναμις…»

  • Τροπάριον 1: Ποῦ ὤφθη ὁ πάλαι σοὶ λαὸς ὁ ἄνομος; ποῦ αἱ εὐεργεσίαι, ἃς ἐποίησας αὐτοῖς, Ἰησοῦ μου γλυκύτατε;
  • Τροπάριον 2: Τί σοι ἀνταπέδωκαν, οἱ πάλαι μάννα σε σιτίσαντες, καὶ ὕδωρ ἐκ πέτρας πιόντες, Ἰησοῦ μου πανάγαθε;
  • Τροπάριον 3: Ὦ πῶς σε κρεμάμενον, βλέπουσα, Τέκνον, ἐκπλήττομαι! ὁ τὴν γῆν κρεμάσας ἐπὶ ὑδάτων, πῶς νῦν ἐπὶ ξύλου κρέμασαι;
  • Τροπάριον 4: Δάκρυά μοι δότε, γυναῖκες, σὺν ἐμοὶ κλαίουσαι, τὸν ἐμὸν Υἱὸν καὶ Κύριον, τὸν ἐξ ἐμοῦ σαρκωθέντα.

Ὠδὴ ε΄. Ὁ Εἱρμός: «Τῷ θείῳ φέγγει σου…»

  • Τροπάριον 1: Λύσον τὴν λύπην μου, Ἰησοῦ μου, καὶ δός μοι λόγον, ἡ Παρθένος ἔλεγε, παρεστῶσα τῷ Σταυρῷ σὺν τῷ μαθητῇ.
  • Τροπάριον 2: Πῶς σε κηδεύσω, Θεέ μου; πῶς σινδόνι σε ἐνειλήσω, τὸν τὸ φῶς ὡς ἱμάτιω περιβαλλόμενον;
  • Τροπάριον 3: Ὦ πῶς νεκρὸν καθορῶ σε, τὸν ζωοδότην τοῦ παντός! ἡ καρδία μου τιτρώσκεται, καὶ τὰ σπλάγχνα μου φλέγονται.
  • Τροπάριον 4: Κλαίω καὶ ὀδύρομαι, βλέπουσα τὴν σὴν σφαγήν, Ἰησοῦ μου γλυκύτατε, ὁ ἐμὸς Υἱὸς καὶ Θεός.

Ὠδὴ Ϛ΄. Ὁ Εἱρμός: «Τοῦ βίου τὴν θάλασσαν…»

  • Τροπάριον 1: Ὁ Ἰωσὴφ σὺν τῷ Νικοδήμῳ, καθελόντες σε ἐκ τοῦ ξύλου νεκρόν, ἐθρήνουν πικρῶς, σὺν τῇ Μητρί σου τῇ Ἁγνῇ.
  • Τροπάριον 2: Δέξαι με, Τέκνον μου, σὺν σοὶ νεκρωθῆναι, ἡ Παρθένος ἐβόα πικρῶς· οὐ φέρω γὰρ ζῆν, μὴ βλέπουσά σε, τὸ φῶς μου τὸ γλυκύτατον.
  • Τροπάριον 3: Ὦ πῶς σε χερσὶ κατέχω νῦν, τὸν κατέχοντα πάντα τῇ χειρί σου! ἡ Μήτηρ ἔλεγε, κλαίουσα πικρῶς.
  • Τροπάριον 4: Ὕμνον σοι ἐξόδιον, ᾄδω νῦν, Υἱέ μου καὶ Θεέ, σὺν τῷ Ἰωσὴφ καὶ Νικοδήμῳ, τῷ ἐμῷ Ποιητῇ.

Ὠδὴ ζ΄. Ὁ Εἱρμός: «Δροσοβόλον μὲν τὴν κάμινον…»

  • Τροπάριον 1: Ὦ γλυκύτατόν μου Τέκνον, πῶς νῦν ἐν τάφῳ κατατίθεσαι, ὁ τοὺς νεκροὺς ἐγείρας ἐκ τῶν τάφων; ἡ Παρθένος ἔλεγε κλαίουσα.
  • Τροπάριον 2: Μὴ κλαῖέ με, Μῆτερ, καθορῶσα ἐν τάφῳ κατατιθέμενον· ἀναστήσομαι γὰρ καὶ δοξασθήσομαι, καὶ σὲ μεγαλύνω ὡς Θεός.
  • Τροπάριον 3: Ἡ καρδία μου, Υἱέ μου, δεινῶς τιτρώσκεται, βλεπούσης σε νῦν ἐν τάφῳ· ἀλλὰ τὴν σὴν ἀνάστασιν προσδοκῶ, τὴν σωτήριον τοῦ κόσμου.
  • Τροπάριον 4: Δόξα τῇ σῇ συγκαταβάσει, Ἰησοῦ μου γλυκύτατε· δόξα τῇ σῇ ταφῇ καὶ ἀναστάσει, δι᾽ ἧς ἔσωσας τὸν κόσμον ἐκ φθορᾶς.

Ὠδὴ η΄. Ὁ Εἱρμός: «Ἐκ φλογὸς τοῖς Ὁσίοις…»

  • Τροπάριον 1: Ὦ πῶς κρύπτεσαι ὑπὸ γῆν, ὁ τῷ φωτί σου καταλάμψας τὰ πάντα! ἡ Παρθένος ἔλεγε, θρηνοῦσα πικρῶς ἐπὶ τοῦ τάφου.
  • Τροπάριον 2: Λαοὶ ἄνομοι, τί τοῦτο ἐποιήσατε; τὸν Σωτῆρα τοῦ κόσμου ἐσταυρώσατε, καὶ ἐν τάφῳ κατεθήκατε, τὸν ζωοδότην τοῦ παντός.
  • Τροπάριον 3: Ὦ Μῆτερ Ἁγνή, μὴ ὀδύρου, βλέπουσα τὸν Υἱόν σου νεκρόν· ἀναστήσομαι γὰρ τῇ τρίτῃ ἡμέρᾳ, καὶ χαρὰν παρέξω τῷ κόσμῳ.
  • Τροπάριον 4: Ὑμνοῦμέν σε, Χριστέ, τὸν ταφέντα καὶ ἀναστάντα, καὶ σώσαντα ἡμᾶς ἐκ τῆς ἀρᾶς, τὸν μόνον φιλάνθρωπον.

Ὠδὴ θ΄. Ὁ Εἱρμός: «Θεὸν ἀνθρώποις ἰδεῖν ἀδύνατον…»

  • Τροπάριον 1: Νῦν ἡ ἐμὴ καρδία πεπλήρωται δακρύων, βλεπούσης σε νῦν ἐν τάφῳ, Υἱέ μου γλυκύτατε· ἀλλὰ τῇ σῇ ἀναστάσει, χαρὰν ἐμοὶ παράσχου, ὡς ὑπέσχου, Ἀγαθέ.
  • Τροπάριον 2: Χαῖρε, Μῆτερ, ἡ τὸν Σωτῆρα τεκοῦσα· ἀναστήσομαι γὰρ τῇ τρίτῃ ἡμέρᾳ, καὶ σὲ μεγαλύνω, καὶ σὺν σοὶ πάντας τοὺς πιστούς, τοὺς σὲ μακαρίζοντας.
  • Τροπάριον 3: Ὦ πῶς ὑμνήσω τὴν σὴν φιλανθρωπίαν, Ἰησοῦ μου γλυκύτατε! ὅτι δι᾽ ἐμὲ ἔπαθες, καὶ ἐτάφης, καὶ ἀνέστης, σώζων τὸν ἄνθρωπον ἐκ τῆς φθορᾶς.
  • Τροπάριον 4: Σὲ τὴν μόνην ἐλπίδα καὶ προστασίαν τῶν πιστῶν, Θεοτόκε Ἁγνή, ὑμνοῦμεν καὶ δοξάζομεν, ὅτι ἔτεκες τὸν Σωτῆρα τοῦ κόσμου, Χριστὸν τὸν Θεὸν ἡμῶν.
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