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Über das Leben des Gesetzgebers Mose oder über die Vollkommenheit im tugendhaften Leben

In seinem Werk zeichnet Gregor von Nyssa ein tiefes geistliches Bild des Mose, den er als Vorbild des tugendhaften Lebens und des Weges zu Gott deutet. Durch die Auslegung der biblischen Geschichte erschließt der Kirchenvater deren verborgenen geistlichen Sinn und führt den Leser von den ersten Schritten des Glaubens bis zur Schau Gottes im „göttlichen Dunkel“. Dabei entfaltet er eines der bedeutendsten Zeugnisse christlicher Mystik und asketischer Lehre. Dieses Werk gehört zu den klassischen Schriften der christlichen Tradition und lädt dazu ein, den Weg der Tugend, der Gotteserkenntnis und der Freundschaft mit Gott tiefer zu verstehen. 

Dieses Werk ist keine Biographie des Mose im gewöhnlichen Sinn. Für den heiligen Gregor von Nyssa wird das Leben des großen Gesetzgebers zum Bild des geistlichen Weges jedes Menschen. Die hier ausgelegte Geschichte führt von den ersten Schritten des Glaubens über Reinigung und Erkenntnis bis zur Gottesbegegnung im „göttlichen Dunkel“. Dabei besteht Vollkommenheit nicht im Erreichen eines Endzustandes, sondern in der unaufhörlichen Bewegung zu Gott. Obwohl die Schrift ursprünglich als Antwort auf die Frage eines einzelnen Suchenden nach der Vollkommenheit der Tugend entstand, richtet sie sich an jeden, der den Weg des geistlichen Lebens tiefer verstehen möchte.

Fünf Schlüssel zum Verständnis dieses Werkes

  1. Dieses Buch ist keine Biographie des Mose.

Gregor von Nyssa erzählt das Leben des Mose nicht, um historische Einzelheiten zu berichten. Die Ereignisse seines Lebens werden als Weg des Menschen zu Gott verstanden. Mose ist nicht nur eine Gestalt der Vergangenheit, sondern zugleich ein Bild des geistlichen Menschen.

  1. Die Erzählung ist voller geistlicher Bedeutungen.

Fast jedes Ereignis besitzt bei Gregor einen tieferen Sinn. Der Auszug aus Ägypten, die Wüstenwanderung, der Aufstieg auf den Sinai, die Stiftshütte und das Priestertum sind nicht nur geschichtliche Begebenheiten, sondern Bilder des inneren Lebens und des geistlichen Wachstums.

  1. Das eigentliche Thema des Buches ist die Vereinigung des Menschen mit Gott.

Das Leben des Mose bildet den äußeren Rahmen. Im Mittelpunkt steht jedoch die Frage, wie der Mensch Gott näherkommt und wie sich sein Leben unter der Wirkung der göttlichen Gnade verwandelt.

  1. Vollkommenheit bedeutet nicht Stillstand, sondern unendliches Wachstum.

Für Gregor besitzt die Tugend keine Grenze. Weil Gott selbst unendlich ist, bleibt auch die Bewegung des Menschen zu Gott ohne Ende. Wahre Vollkommenheit besteht nicht darin, ein letztes Ziel erreicht zu haben, sondern darin, niemals aufzuhören, im Guten zu wachsen.

  1. Das höchste Erkennen Gottes besteht nicht darin, alles zu verstehen.

Auf dem Sinai führt Gregor den Leser vom Licht über die Wolke in die Finsternis. Diese Finsternis bedeutet nicht die Abwesenheit Gottes, sondern seine Unbegreiflichkeit. Je näher der Mensch Gott kommt, desto tiefer erkennt er, dass das göttliche Wesen jedes menschliche Begreifen übersteigt. Darum besteht die höchste Gotteserkenntnis nicht im Besitz vollständigen Wissens, sondern im ehrfürchtigen Staunen vor dem Geheimnis Gottes.

(Diese deutsche Übersetzung wurde auf der Grundlage des griechischen Originals unter Heranziehung der russischen Klosterübersetzung sowie weiterer Übersetzungen und Vergleichstexte erarbeitet. Besonderes Augenmerk galt der sorgfältigen Bewahrung des theologischen Gehalts und der geistlichen Gedankenführung des heiligen Gregor von Nyssa. Zugleich wurde eine sprachliche Gestalt angestrebt, die dem heutigen deutschen Leser den Zugang zum Werk erleichtert.)

Die vollständige Ausgabe ist auf orthodoxe-medien.de erhältlich. 

Die gedruckte Ausgabe des Buches können Sie hier bestellen – 

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