Aus dem Buch (Was bedeutet ” Leben im Geist” und wie man dazu einstellt. Kapitel13-14)
Wahres Glück des Menschen besteht im Leben in und nach dem Geist. Die feine Hülle der Seele dient als Mittlerin zwischen ihr und dem Leib und als Werkzeug der Verständigung untereinander und mit der Welt der Heiligen und Engel. Ihr Zustand kann vom Licht erfüllt, aber auch verfinstert sein.
Ich wollte auf die am Ende des letzten Briefes gestellte Frage eingehen, aber da inzwischen der Tag Ihres Engels herankam, wollte ich diesen Anlass zu meinen Segenswünschen nutzen.
Vornehmlich wünsche ich Ihnen Gesundheit, weil dies die Voraussetzung für den Erwerb aller Güter ist, die der Mensch für gut hält, sich an ihnen zu ergötzen oder sie zu genießen. Wie beschränkt sind bei einem Kranken und Gelähmten die Möglichkeiten zur Freude, wo doch alle Empfindungen sich in einem anormalen Zustand befinden. Eine Ausnahme bilden lediglich die geistlichen Segnungen. Sie unterliegen nicht der Abhängigkeit von dem jeweiligen Gesundheitszustand und können erfahren werden trotz körperlicher Leiden. Die Märtyrer haben selbst unter Qualen echte Freude empfunden und nicht nur davon gesprochen, sondern sich wahrhaftig gefreut.
Doch abgesehen davon, was eigentlich soll man wünschen? Gewöhnlich wird von Glück gesprochen, so wünsche auch ich Ihnen Glück. Aber was ist damit gemeint?! Hat doch bisher noch niemand definiert, was Glück und wer


Herzstück aller Exerzitien zur Heiligung im Herrn ist das Achten auf sich selbst: die Besonnenheit des Geistes. Ohne sie bleiben alle Übungen ohne Furcht und sind gleichsam tot geboren. Wer das Heil Gottes begehrt, richtet sich darauf ein, nicht nur in der Einsamkeit der Mönchszelle auf sich selbst zu achten, sondern auch mitten in der Hektik des Alltags, in die man zuweilen gegen seinen Willen verfällt. Die Frucht Gottes möge auf den Waagschalen des Herzens alle Emotionen bezwingen, dann wird Selbstdisziplin angenehm und gesegnet im Lärm der Welt sein, der von allen Seiten auf uns eindringt. Ein vernünftiges Maß an Nahrung, ein beherrschtes Temperament fördern die Kontrolle über sich selbst sehr. Dagegen gebiert aufflammendes Blut, etwa aus unnötiger Nahrungsaufnahme oder durch intensive körperliche Bewegung bzw entbrennenden Zorn, von anderen Ursachen ganz abgesehen, eine Vielfalt von Vorhaben und Träumereien, mit einem Wort: Zerstreutheit. Die heiligen Väter raten in erster Linie zu maßvoller, gleichmäßiger und bescheidener Ernährung.