Der Kanon über die Kreuzigung des Herrn und die Klage der Gottesmutter
Der Klagegesang der Gottesmutter unter dem Kreuz
Nur wenige Worte des Evangeliums erzählen von der Mutter Jesu, die unter dem Kreuz ihres Sohnes steht. Der Evangelist Johannes schreibt schlicht:
„Bei dem Kreuze Jesu aber standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena.“
Aus diesen wenigen Worten entstand im Laufe der Jahrhunderte eine reiche geistliche Tradition, in der die Kirche das Schweigen des Evangeliums gleichsam mit den Worten der trauernden Mutter aussprach. Eine besonders bedeutende Gestalt erhielt sie im 6. Jahrhundert durch den heiligen Romanos den Meloden (Romanos den Süßsänger, ca. 490–ca. 556). Sein großes Kontakion „Die Klage der allheiligen Gottesmutter am Kreuz“ gehört zu den eindringlichsten poetischen Darstellungen des Leidens Christi und der mütterlichen Trauer Mariens.







