Deutschsprachige russisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Hamburg

Osterbotschaft des Erzbischofs Tichon

An die Geistlichen, Mönche und Nonnen und die Laien der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche

Geliebte Väter, ehrwürdige Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

CHRISTUS IST AUFERSTANDEN!

Ich gratuliere Ihnen allen zum Fest des Heiligen Pascha. Unsere Herzen, übervoll von geistlicher Freude, freuen sich über den von den Toten auferstandenen Christus, den Lebensspender. Es gibt in der Welt keine andere Freude, die so universell ist wie die Freude, die die Osternacht schenkt! Es gab und gibt keine andere Nacht in der Dunkelheit anderer Nächte, in der wir so hell vom strahlenden Licht der Auferstehung Christi erleuchtet werden! Es gibt kein anderes Wort oder keinen anderen Gruß in unserer Sprache, der einen solchen Triumph des Geistes und eine solche Freude des Herzens hervorrufen kann wie unser Gruß in der Kirche am Paschafest: „Christus ist auferstanden! Wahrhaftig auferstanden!“

Mit uns zusammen freut sich die ganze Schöpfung Gottes, das ganze Universum. Anders kann es nicht anders sein, denn die Auferstehung Christi hat „Freude der ganzen Welt“ gebracht, sie ist die Grundlage des christlichen Glaubens, in ihr liegt der Sinn des ganzen christlichen Lebens. In Jesus Christus haben sich die Prophezeiungen des Alten Testament verwirklicht, erfüllt haben sich genau die Verheißungen, die der Herr seinen Jüngern gab, als er von ihnen Abschied nahm und in den Tod und das Leiden am Kreuz ging. Als der Herr in den Hades hinabstieg, schlug er den Teufel, führte durch Seinen Tod die Gerechten, die auf Sein Kommen gewartet hatten, aus dem Hades heraus, erstand aus dem Grab und öffnete denen, die an Ihn glauben, die Türen des Himmlischen Königtums. Durch Seine Auferstehung hat der Herr Jesus Christus das Fundament für unsere Auferstehung gelegt, offenbart und bezeugt, dass Er der Eine Wahre Gott im Universum ist. Im Licht der Auferstehung Christi wird alles verständlich. In ihr ist eingeschlossen die Tiefe der Theologie und der Sinn des Lebens.

Jetzt ist alles mit Licht erfüllt: Himmel, Erde und Unterwelt. Die ganze Schöpfung soll die Auferstehung Christi feiern„, singen wir im Kanon des Heiligen Pascha. Wie sollte sich ein christliches Herz nicht über das größte Ereignis freuen – die Auferstehung Christi aus dem Grab nach drei Tagen? Wie sollte man den Bezwinger von Sünde und Tod nicht mit den Lippen loben? Wie könnte man diese freudige und glückliche Nachricht nicht teilen? Beeilen wir uns deshalb, der Welt um uns herum, den Nahen und den Fernen, den Reichen wie den Armen die Wahrheit von der Auferstehung Christi zu bezeugen, dass der Sieg des Guten über das Böse, Christi über den Teufel, des Lebens über den Tod errungen ist. Möge niemand sich entmutigen lassen, jetzt ist kein Platz für Traurigkeit. „Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Mt 28,20), sagte der Herr den Aposteln und stärkt damit auch in uns die Gewissheit, dass Er, der Auferstandene, uns helfen wird, alle Sorgen und Ängste, Katastrophen und tödlichen Krankheiten zu ertragen. „Wer fähig ist, den Gedanken der Auferstehung tief zu verinnerlichen„, sagt der heilige Bischof Johannes Chrysostomos, „wird der sich vor dem Tod fürchten, wird der vor irgendetwas anderem erschrecken?

Noch einmal beglückwünsche ich Euch alle, meine Lieben, zum lichtstrahlenden Fest der Auferstehung Christi! Ich wünsche im Gebet, dass wir, die wir uns erfreuen am Fest des Heiligen Pascha, im wahren und rettenden Glauben gestärkt werden. Lasst uns immer daran denken, dass der wahre Sinn unseres irdischen Lebens das Leben ist, das aus dem Lebensspendenden Grab Christi hervorstrahlte. Möge Gott schenken, dass unser ganzer Lebensweg von der österlichen Freude erhellt wird und wir, wenn wir das „rettende Pascha Gottes“ hier auf Erden feiern, es auch ewig mit Christus, unserem Herrn und Erlöser, im Himmlischen Königtum feiern können. Ich rufe den Segen des Auferstandenen Herrn auf Euch alle herab und wende mich an Euch noch einmal mit dem lebensbejahenden Gruß:

CHRISTUS IST AUFERSTANDEN!
WAHRHAFT IST ER AUFERSTANDEN!

+ TICHON,
Erzbischof von Rusa,
Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland

Berlin,
Ostern Christi
19. April/2. Mai 2021

Osterbotschaft des Erzbischofs von Podolsk Tichon, Leiters der Diözese von Berlin und Deutschland. An die Geistlichen, Mönche und Nonnen und die Laien der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche.

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ARCHIVE 2020 (2020 – Osterbotschaft des Erzbischofs von Rusa Tichon, Leiters der Diözese von Berlin und Deutschland)

Geliebte Väter,

ehrwürdige Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

CHRISTUS IST AUFERSTANDEN!

Ich gratuliere Ihnen allen zum hellen Fest der Auferstehung Christi! Die Seele jubelt voller Osterfreude. Anders kann es auch nicht sein. Denn nie haben wir mehr Freude in unserem Leben erlebt als an Ostern. Heute wenden wir uns in demütigem, stillem Gebet an Gott und singen mit der Kirche freudig die Siegeshymnen, die den auferstandenen Christus, den Lebensspender, verherrlichen: „Auch wenn Du zum Grab hinabgestiegen bist, Unsterblicher, so hast Du doch die Macht des Hades gebrochen und bist als Sieger auferstanden, Christus, Gott”. Unsere geistige Aufmerksamkeit ist auf die Ereignisse der Evangeliengeschichte gerichtet, die vom Sieg des Herrn über den Tod erzählt.

„Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis wird es nicht verschlingen” (Jo 1, 5) – bezeugt der Apostel und Evangelist Johannes, ein Augenzeuge des auferstandenen Herrn. Das Osterfest zeigt jedem von uns das rettende Licht Christi, auf das wir mit betender Ehrfurcht blicken. Dieses abendlose Licht leuchtet in der Finsternis, und keine „Finsternis dieses Zeitalters” (Eph 6, 12), keine Dunkelheit, die „von den Geistern des Bösen unter den Himmeln” (Eph 6, 12) ausgeht, hat die Macht, es auszulöschen. Wenn wir als treue Jünger vollständig entschlossen sind, Christus, dem Sieger über Hades und Tod, nachzufolgen, dann wird unser Weg von Seinem gnadenreichen Licht erleuchtet werden, und dann haben wir nichts zu befürchten. Was auch immer in unserem Leben geschieht, und wie auch immer die Umstände sind, die uns von außen umgeben, ist für uns Christen, gestärkt durch die Botschaft des Auferstandenen, nichts wichtiger als das, was in den Tiefen unseres Geistes und Herzens geschieht.

Wir nennen den Tag des Heiligen Osterfestes auch deshalb lichtbringend, weil unser Herr Jesus Christus, der jeden Menschen erleuchtet, „der in die Welt gekommen” (Jo 1,9), uns das Geheimnis des Heils offenbart, das Böse überwunden, den Hades zerstört und den Tod zermalmt hat. An den Ostertagen ertönt der Aufruf an alle: „Reinigen wir unsere Gefühle und sehen” wir die Majestät der Auferstehung Christi. Der auferstandene Erlöser öffnete allen Menschen den Weg des „erneuerten Lebens” (Röm 6, 4), gab die Kraft durch „gute Tugendtat gestärkt “, gegen die Sünde zu kämpfen, die Gerechtigkeit zu stärken, das Heil im Himmelreich zu erben.

Wir alle, liebe Väter, Brüder und Schwestern, durchleben heute die schweren Prüfungen, die verbunden sind mit der schrecklichen Epidemie, die die ganze Welt heimgesucht hat, die bereits Tausende von Menschenleben gefordert und den Menschen schmerzhaftes Leid verursacht hat. Diese Umstände werden jedoch das helle Fest der Auferstehung Christi nicht trüben. Das Kreuzesopfer ist für jeden von uns bereits einmal vollbracht worden. Christus, der die Macht des Todes durch Seinen Tod am Kreuz und Seine Auferstehung zermalmt hat, hat uns das ewige Leben geschenkt, das jeder Mensch durch die Erfüllung der Gebote Gottes zu erben berufen ist (Mt 19, 17). Christi Pascha triumphiert in Ewigkeit jenseits von Zeit und Raum, so dass keine äußeren Umstände unsere Freude überschatten können, auch wenn aufgrund der schweren Notlage die Türen unserer Kirchen in der Osternacht geschlossen bleiben. Denn Christus ist immer mit uns und wird uns nie verlassen, so wie er seinen Jüngern das Versprechen gab und sage: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Zeiten Ende” (Mt 28, 20).

Möge Gott uns allen, jedem einzelnen von uns und der ganzen Kirche, gewähren, zum Nutzen des ewigen Heils diese Zeit der Prüfungen zu durchlaufen und aus ihr gestärkt im Glauben und in der Liebe zum Herrn hervorzugehen und Teilhaber des Reiches Gottes zu werden, sowohl in diesem Leben als auch in der Ewigkeit. Möge der auferstandene Christus uns helfen, alle Sorgen, Nöte und Drangsale, denen wir auf unserem Lebensweg begegnen, zu überwinden. Nach dem Wort des heiligen Bischofs Johannes Chrysostomos: „Wer sich den Sinn der Auferstehung tief zu eigen zu machen versteht, wird er den Tod fürchten, wird er etwas anderes fürchten?“

Noch einmal beglückwünsche ich Euch alle zum großen Osterfest Christi! Ich wünsche im Gebet, dass unser Leben immer vom nie erlöschenden Licht des von den Toten auferweckten Lebensspenders Christus erleuchtet wird, dass der rettende Glaube an Gott in uns gestärkt wird, dass unser Leben sich nicht auf die Hoffnung auf zeitliche Vorteile beschränkt, sondern sich auf das Erbe der zukünftigen Güter erstreckt (vgl. 1 Kor 15,19). Ich rufe auf Euch alle den Segen des Auferstandenen Herrn herab und richte noch einmal meine lebensbejahenden Grüße an Euch:

CHRISTUS IST AUFERSTANDEN!

WAHRHAFT IST ER AUFERSTANDEN!

+ TICHON, Erzbischof von Podolsk, Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland

Berlin, Ostern Christi 6./19. April 2020

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