Zur Stärkung des Glaubens

Über die Rettung der Stadt Limnos (auf Lemnos, Griechenland) von der Epidemie durch die Gebete des Heiligen Gregor Palamas.

  1.    Aus welchen Gründen erzählen wir von dieser wunderbaren Erlösung?

Wir hatten zwei Gründe, über die Rettung der Stadt Limnos vor einer tödlichen Infektion zu sprechen,  der die Gemeinschaft der Mediziner  jener Zeit hilflos gegenüber stand — die Ärzte konnten keinen Weg finden, sie zu heilen. Die Krankheit war so schrecklich, dass die Ärzte Angst hatten, sich auch nur der infizierten Stadt zu nähern, so dass Ihre Bewohner, die sich angesichts der entstandenen Bedrohung  fürchteten, sich schließlich an den Erzbischof von Thessaloniki wandten, der vorübergehend auf dieser Insel war. Dieser Heilige Gregor Palamas, dank dessen Gebete die Epidemie auf wundersame Weise aufgehört hatte, rettete nicht nur die Stadt, sondern die ganze Insel vor den tödlichen Auswirkungen dieser Infektionskrankheit (um das Jahr 1365).

Der erste Grund ist auf die zeitliche Nähe des Festtages des Heiligen Gregor von Palamas zurückzuführen, weshalb es jetzt besonders aktuell ist. Schließlich haben wir vor kurzem, am zweiten Sonntag der Fastenzeit, die Erinnerung an diesen großen oder, genauer gesagt, den größten Heiligen und Theologen der Orthodoxen Kirche gefeiert.

Das erste Mal begehen wir den Tag seines seligen Heimganges am 27.November (14.Nov.nach Julianischen Kalender) (†1359). Der zweite Feiertag zu seinen Ehren wurde von der Kirche eingeführt, weil sie anerkennt, dass der Hl. Gregor Palamas mit seinem Bekenntnis und seiner Lehre zum zweiten Mal die Orthodoxie vor Irrtümern und Häresie geschützt hat. Zum ersten Mal geschah es, als die Orthodoxie vor der schrecklichen, langjährigen Häresie des Bildersturms (der Ikonoklasten) gerettet wurde, welche aus dem Osten kam und versuchte, die Ansichten der Juden und Muslime  in die Kirche einzuführen, die feindlich gegenüber den Heiligen Ikonen waren.

So gelang es, die Gefahr der Schieflage des Christentums hin zum Judentum zu vermeiden, wie es in vielen Aspekten mit dem Islam geschehen war. Gregor Palamas und die Entscheidungen der Konzile, auf denen seine Lehre (1341, 1347, 1351) verkündet wurde, entlarvten die Häresien des westlichen Mönchs Varlaam von Kalabrien, die auch typisch für den Papismus waren, wie die Lehre, dass die Gnade Gottes angeblich einen geschaffenen («geschöpflichen») Charakter besäße, d. h., dass keine nichtgeschaffene göttliche Gnade und Energie existiere, die auf die Schöpfung wirkt. Die orthodoxe Kirche entging der Gefahr der Verwestlichung, Latinisierung und bewahrte die Lehre des Evangeliums unbeschädigt vom östlichen und westlichen Einfluss, sie beschritt den «königlichen Weg», ohne sich nach Osten oder Westen hin zu neigen. Der heilige Gregor Palamas hat uns die grenzenlose Welt der nichtgeschaffenen Gnade Gottes und der göttlichen Erleuchtung eröffnet, die denjenigen verschlossen bleibt, die sie nicht in der Praxis erkannt haben und sich nur auf begrenztem Raum bewegen, den die mittelbaren Möglichkeiten des humanistischen Rationalismus und der westlichen Aufklärung erlauben.

Der zweite Grund, warum wir entschieden, an die wunderbare Rettung der Stadt Limnos zu erinnern, besteht darin, dass heute auf Grund des Coronavirus Menschen auf der ganzen Welt von größter Panik und Angst ergriffen sind, die absolut nicht gerechtfertigt sind für Christen, da diese von einer völligen Verarmung des Glaubens und der Hoffnung auf die Vorsehung Gottes zeugen. Das Virus des Unglaubens ist viel schlimmer als das Coronavirus selbst, wenn es die Gläubigen befällt, umso mehr, wenn es die Geistlichen ergreift, denen es doch gerade wie niemandem sonst obliegt, an die Allmacht und die Güte Gottes zu glauben, und dass alle Gesetze der Natur sich dem Willen des Herrn unterordnen, seiner Aufsicht und Ordnung unterliegen, deren Wirkung auch nur der Herr aufhalten oder ändern kann. Er kann jede Infektion ausmerzen und Ärzte, Mikrobiologen, Infektionisten und andere erleuchten, selbst wenn Sie ungläubig sind, damit Sie geeignete Medikamente gegen eine virale oder Infektionskrankheit finden. Und anstatt uns in diese Richtung zu bewegen, erlaubten wir den überzeugten gottlosen Ungläubigen und Atheisten, die Angst und Sorgen der Menschen auszunutzen. Sie empfehlen, dass wir uns von den Kirchen fernhalten, d.h. weit ab von den Orten, wo am meisten dank der Sakramente und des gemeinsamen Gebets die nichtgeschaffene Gnade Gottes wirkt, so dass uns am Ende die Hilfe und der Schutz Gottes verloren gehen und wir leichte Opfer von Infektionskrankheiten, die Opfer des Menschenmörders, des Teufels und seiner Verleumder werden.

  1. Diejenigen, die die Heiligen Mysterien kommunizieren, sind nicht in Gefahr

Ich war sehr erleichtert, als ich neulich im Internet gelesen hatte, dass ein Altvater des Berges Athos, der Starez (Geronda) seligen Gedenkens Vt. Dionysius Kolizkij vorhergesagt hatte, dass eine schreckliche weltweite  Epidemie ausbrechen wird, die viele Menschen befällt, unter welcher aber diejenigen nicht zu leiden haben werden, die in die heiligen Kirchen gehen und die Kommunion der Göttlichen Mysterien aus dem Heiligen Kelch in der Eucharistie empfangen. Dies erinnert uns sofort daran, wie Gott die Juden von dem ägyptischen Pharao erlöste, der trotz der neun schrecklichen Plagen und Katastrophen, die von Gott gesandt waren, damit er der Befreiung der Juden und ihrem Auszug aus Ägypten zustimmte, uneinsichtig blieb, widerspenstig gegenüber dem Willen Gottes und nicht an die Allmacht Gottes glaubte. Deshalb sandte Gott über ihn die zehnte schreckliche Strafe – in einer Nacht starben in Ägypten alle Erstgeborenen, sowohl bei Menschen, wie auch bei Tieren, mit Ausnahme der Erstgeborenen der Juden, denen der Herr durch Mose geboten hatte, das Lamm zu schlachten und mit seinem Blut den Türpfosten ihres Hauses zu salben: « Und ich werde in dieser Nacht durch das Land Ägypten gehen und alle Erstgeburt im Lande Ägypten schlagen vom Menschen bis zum Vieh, und ich werde Gericht üben an allen Göttern Ägyptens, ich, Jehova. Und das Blut soll euch zum Zeichen sein an den Häusern, worin ihr seid; und sehe ich das Blut, so werde ich an euch vorübergehen; und es wird keine Plage zum Verderben unter euch sein, wenn ich das Land Ägypten schlage.» (Ex. 12, 12-13) Da diese Bedrohung in die Tat umgesetzt wurde, sah sich der Pharao gezwungen, noch vor Anbruch des Morgens Mose und Aaron zu sich zu rufen,- denn der Tod raffte auch den Erstgeborenen des Pharao selbst hinweg und es gab in Ägypten kein Haus, wo man nicht die Toten beweinte-,  und ihnen zu erlauben, die  Juden aus Ägypten hinauszuführen. « Und er rief Mose und Aaron in der Nacht und sprach: Machet euch auf, ziehet weg aus der Mitte meines Volkes, sowohl ihr, als auch die Kinder Israel, und gehet hin, dienet Jehova, wie ihr geredet habt. » (Ex. 12, 31).

Wir orthodoxe Christen, das neue Israel durch die Gnade Gottes, nachdem wir das alte Israel abgelegt haben, sind nicht nur durch das Blut des in der Kreuzigung geschlachteten Lammes gekennzeichnet, sondern haben Christus selbst in uns. Indem wir Seinem Leib und Blut kommunizieren im Sakrament der göttlichen Eucharistie, werden wir ein Körper (Inkorporation) und ein Blut mit Christus  und uns rühren keine infektiösen Epidemien an, die von Gott zugelassen werden, um die Menschen zur Vernunft zu bringen, zu ihrer Ermahnung. Der Tod wird dann zu uns kommen, wenn wir die Grenze unseres irdischen Lebens erreichen, die Gott jedem von uns zugewiesen hat, wie die von Gott erleuchteten Heiligen Väter lehren. Und selbst wenn es passieren sollte (oder in der Zukunft geschieht), dass ein Gläubiger sich mit dem tödlichen Virus infiziert und stirbt, wird das nicht deshalb geschehen, weil ihn nicht die  göttliche Gnade bedeckt hat, sondern weil die Frist seines irdischen Lebens, die ihm von Gott vorgegeben ist, abgelaufen ist.

Daher kann man nur die gegenwärtige Atmosphäre des Unglaubens und der Zweifel gegenüber der nichtgeschaffenen und allmächtigen Energie Gottes bedauern, die von den Ungläubigen zusammen mit der Ausbreitung des menschenmörderischen Virus gesät wird. Sie verstehen nicht, dass es neben der geschaffenen gegenständlichen Realität, die wir mit Hilfe der Sinnesorgane wahrnehmen können und die Gegenstand der Forschung für verschiedene Wissenschaften ist, auch eine grenzenlose Welt des nicht Erschaffenen Gottes gibt, die für die Sinneswahrnehmung unzugänglich ist, “ jenseits von Wort und Sinn», die nicht unter dem Mikroskop im Mikrobiologie-Labor untersucht werden kann, sondern nur durch den Glauben erfassbar wird, der laut dem Apostel Paulus «aber eine Verwirklichung dessen ist, was man hofft, eine Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht» (Hebr. 11, 1).

Wir können die Ungläubigen nicht dazu zwingen, an die Gnade und Vorsehung Gottes zu glauben, aber auf der anderen Seite werden wir den Glauben nicht aufgeben oder ihn an Wissenschaft und Logik anpassen. Und wir werden die von Gott geschaffene und gegebene Kirche nicht erniedrigen und Sie in eine menschliche Organisation verwandeln, die den Anweisungen des Staatsoberhauptes gehorcht. Das Oberhaupt der Kirche ist Christus, nicht ein Premierminister. Nie hat man je gehört, dass kleingläubige und feige Bischöfe die Kirchentempel geschlossen und angewiesen hätten, den Akathistos-Hymnus der Hochheiligen Gottesgebärerin nicht zu lesen und nicht das Hochfest Mariä Verkündigung zu feiern. Und vielleicht werden Sie auch Anweisung erteilen, das bald bevorstehende Osterfest abzusagen? Sie vergessen, dass man in Fällen, in denen die Befehle der weltlichen Behörden unserem Glauben zuwiderlaufen, «Gott mehr gehorchen muss als den Menschen» (Apg. 5, 29).

Wie kann es sein, dass weltliche Kriterien auf unsere Kirchenführung so stark Einfluss nehmen — statt die Welt zu verklären, wird Sie jetzt selbst zur Welt? Wenn wir an der nichtgeschaffenen Gnade Gottes zweifeln, die auf die Schöpfung wirkt und bei Notwendigkeit Wunder vollbringt und, statt der Göttlichen Erleuchtung zu vertrauen, wenden wir uns dem rationalistischen Denken und der  Wissenschaft zu  und gehen so  auf dem Weg von Varlaam, dessen Häresie der Heilige Gregor Palamas entlarvt hatte.

  1. Die Ärzte hatten Angst, aber der Heilige Gregor Palamas eilte in die infizierte Stadt

Natürlich können wir in diesem kleinen Artikel die Bitterkeit und Trauer vieler Gläubiger aufgrund der widersprüchlichen, volatilen und lauwarmen Haltung, die die Kirche gegenüber dem Coronavirus eingenommen hat, nicht vollständig erklären. Wir müssten, wie der Prophet Jeremia, die Abwesenheit oder den Mangel an wahren Priestern und Hirten beweinen. Vielleicht werden wir dies in einem ausführlicheren Artikel tun, in der Hoffnung, dass einige Hirten aus dem Schlaf erwachen und dass Ihre Herden sich nicht mit Reden abfinden, die beruhigend klingen, aber nicht mit der Lehre des Evangeliums und der Heiligen Väter zu vereinbaren  sind. Waren uns die Entscheidungen des falschen (räuberischen) Konzils von Kreta immer noch zu wenig, die den direkten Weg hin zu Häresie und Spaltung ebneten, genau wie zur Pseudo-Autokephalie für die ukrainischen Schismatiker; so kam jetzt zu all dem auch noch eine vorher nicht gekannte Schließung von Kirchen und das Verbot der Gottesdienste hinzu. Kann es aber vielleicht sein, dass Gott es nachgerade zugelassen hat, dass einige jetzt nicht grundlos vom Abendmahl exkommuniziert sind und gezwungen sind, die Erwähnung im Gebet (Kommemoration) an diejenigen Bischöfe zu unterbrechen, die Gemeinschaft mit den Ketzern (Häretikern) und Schismatikern hatten und mit denen Sie freiwillig vorher gemeinsam gedient hatten? Sie haben uns aus den Gotteshäusern vertrieben, und werden jetzt selbst vertrieben, ohne von irgendjemandem verfolgt zu sein.

Der Heilige Gregor Palamas wurde nach seiner Wahl im Jahr 1347 zum Erzbischof von Thessaloniki in der Stadt nicht aufgenommen, da dies eine gewisse  Partei der Zeloten — aus politischen Gründen  nicht zuließ, und zwar geschah das wegen einer früheren zivilen Auseinandersetzung zwischen den beiden königlichen Häusern: der  Dynastie der Palaiologen und der Familie Kantakuzenos. Der Hl. Gregor Palamas wurde auf dem Heiligen Berg Athos empfangen, und von dort ging er im Oktober 1348 auf Einladung des Serbischen Herrschers Stefan Dusan nach Konstantinopel, um Verhandlungen zu führen. Danach wollte er nach Thessaloniki kommen, aber da die Zeloten weiterhin gegen seine Ankunft waren, wurde der Heilige Gregor per Entscheidung der Synode vorübergehend auf die Insel Lemnos geschickt, die gerade zu dieser Zeit ohne einen Erzhirten geblieben war. Zu Beginn seines fruchtbringenden Dienstes, der die Bewohner von Lemnos mit geistigen Gütern erfüllte, kam in einer der Städte, und zwar Limnos der Insel mit dem fast gleichlautenden Namen (Lemnos) eine tödliche Krankheit auf, allerdings nicht dieselbe, wie die schreckliche Pest-Pandemie, die die ganze Welt erfasst, sondern von begrenzterer Ausbreitung.

Die Leidenden riefen den Hirten, der in einer anderen Stadt auf der Insel lebte, um Hilfe, und er ging sofort zu Ihnen, ohne die geringste Verzögerung und ohne zu schwanken. Einige Ärzte wagten es nicht, ihm zu folgen, aus Angst, sich von der Krankheit anzustecken. Andere aber machten sich mit dem Heiligen Gregor auf den Weg, weil Sie Vertrauen in ihn hatten. Bereits bei der Annäherung an die Stadt fühlten Sie sich unwohl wegen der kontaminierten Luft, die mit schädlichen Dämpfen gesättigt war, aber bald erholten Sie sich durch die Gebete des Heiligen. Es war schon Abend, und Sie fürchteten sich, in die Stadt hineinzukommen. Aber am nächsten Tag kamen die Bewohner, die noch gesund waren heraus, versammelten sich vor den Stadtmauern und beteten alle zusammen mit dem Heiligen Gregor. Dieser große Heilige hatte, ungeachtet der Tatsache, dass die Krankheit sehr kontagiös und gefährlich war, keine Angst vor einer Infizierung und setzte dieser schrecklichen Katastrophe ein Ende — indem er gemeinsam mit den Menschen und auch allein betete. Vermittels der Gebete des Heiligen Gregors Palamas stoppte der Herr die Epidemie: die Infektion hörte auf, und niemand starb mehr. Gott hat den Heiligen Gregor auch durch dieses Wunder verherrlicht, weil Er immer denen ihre Bitten erfüllt, die Ihn fürchten und seinen Heiligen Namen ehren, so wie auch der Heilige König und Psalmist David sagt: «Er tut das Verlangen derer, die ihn fürchten; ihr Schreien hört er und rettet sie. » (PS. 144, 19)

Dieses Ereignis beschrieb der Heilige Patriarch Philotheos Kokkinos von Konstantinopel (ökumenischer Patriarch von November 1353 bis 1354, 1354, und 1364 bis 1376; er war ein enger Freund von St. Gregor Palamas, Nachfolger und Verteidiger der Form des kontemplativen Gebets, des Hesychasmus) in «Der Lobrede an den Heiligen Gregor», wo eine detaillierte Lebensbeschreibung des Heiligen gegeben wird, die wir hier zitieren. Es sollte beachtet werden, dass der Heilige Philotheos daran erinnert, dass vor der Epidemie auf der Insel Lemnos auf der ganzen Welt eine andere, viel schrecklichere Pandemie der Pest wütete, die nach Meinung der Historiker einige Jahre früher, im Jahre 1361, begann. In der Erzählung über die Epidemie in der Stadt Limnos, stellt der Heilige Philotheos klar: «Es ist nicht die Rede von der Krankheit, die über die ganze Welt hinweg zog und zuvor passiert ist.» Es ist längst nicht das erste Mal, dass die Menschheit von einer Infektionskrankheit getroffen wird- als ein «Erziehungsmittel», welches von der Menschenliebe Gottes an die Menschen zu ihrer Besserung herabgesandt wird, weshalb diejenigen Unrecht haben, die Panik rechtfertigen und behaupten, dass die Pandemie des Coronavirus etwas beispielloses sei. Es ist einfach nur das erste Mal, dass die Diener der Kirche größte Angst vor dem Tod erfasst hat, was Ihren Unglauben an die Allmacht Gottes zeigt, und anstatt das Volk unter den Deckmantel und den Schutz des Herrn zu führen, der die Krankheit im Handumdrehen beenden kann, bringen Sie das Volk weit weg von Gott — zu Wissenschaft und Logik, die wieder einmal ihre Schwäche bewiesen haben.

Der Heilige Gregor von Palamas versammelte die Menschen aus der von der Epidemie betroffenen Stadt um sich: Er ließ sie nicht Gesichtsmasken aufsetzen und in einem Abstand voneinander stehen. Ist unser Gott nicht allmächtig genug, um die frommen, gottesfürchtigen Menschen zu beschützen, die ihr Vertrauen auf Ihn setzten? Ebenso glaubten die Schriftgelehrten und Pharisäer nicht an die Macht Christi, die mit Ihrem Unglauben auch andere infiziert hatten. Erinnern wir uns an die Stelle aus dem Heiligen Evangelium, wo erzählt wird, wie die Apostel nach der Verklärung auf dem Berg Tabor den besessenen jungen Mann nicht heilen konnten, der vom Vater zu Ihnen gebracht wurde. Der Herr war betrübt, genauso wie er jetzt traurig ist, und Er drückte sein Bedauern mit Worten aus, die uns innerlich erschüttern und welche unserer Meinung nach heute auch diejenigen betreffen, die nicht glauben oder schwach an die Kraft Gottes glauben und den Orthodoxen Glauben verzerren: «Oh, du ungläubiges und verdorbenes Geschlecht! Bis wann soll ich bei Euch sein? Wie lange soll ich Euch ertragen? » (MT. 17, 17). In diesem Jahr haben unsere Bischöfe zum ersten Mal in der Geschichte der Kirche die Heilige Fastenzeit mit Füßen getreten: Sie haben Sie an Händen und Füßen gefesselt und ihr einen Knebel in den Mund gesteckt, und nun können wir keine heiligen Gebete und  Heilige Gottesdienste vernehmen…  Und dennoch, trotz der Ereignisse werden wir weiterhin  das «Du Gott sei mit uns» und «Herr der Kräfte, bleibe bei uns» singen, und wir werden den Allgütigen und Allmächtigen Gott anflehen, dass er, nach Seiner übergroßen Weisheit diese weltweite  Katastrophe beenden möge und alle Enden der Erde durch die Kraft Seines Lebensspendenden Kreuzes, dessen Anbetung in diesem Jahr unterbunden wurde.

Im Vorfeld der bevorstehenden Woche der Kreuzverehrung haben wir ein Troparion und Kondakion für das Singen in der göttlichen Liturgie und während der Fürbitten (da, wo Sie noch zelebriert werden) zusammengestellt.

Troparion, 1. Ton

Rette, o Herr, Dein Volk und segne Dein Erbe, schenke den Kranken Sieg zur Überwindung der verderblichen Seuche und bewahre Deine Gemeinde durch Dein Kreuz.

Kondakion, 4. Ton

Du Arzt  unserer Seelen und Körper, in Gefahr der Ansteckung gewähre uns jetzt Deine Großzügigkeit, Christus, Gott. Vertreibe die Krankheiten und vernichte menschliches Unwohlsein, gib Heilung und Gesundheit: Erlöse uns vor jeglicher verheerender Seuche und Anfeindungen durch die Kraft Deines Kreuzes.

Protopresbyter Theodor Zisis, Emeritierter Professor an der theologischen Fakultät

Aristoteles-Universität Thessaloniki, Griechenland, 19 MÄRZ 2020

Quelle: griechisches Original

Quelle der Übersetzung aus dem Russischen:

Ikone oben: hi. Gregor Palamas


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